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December 8, 2009

Ich glotz Google

Filed under: Weblog — swann @ 5:56 pm

Die 2-d Barcodes sind schon Technik von vorgestern. Jetzt indiziert Google Gegenstände im “physical space”. Und wozu das alles? Damit wir uns beim glotzen durch die Google Goggles nicht mehr fragen müssen: “was ist das”?, sondern gleich behaupten können, dass wir alles verstehen, was wir da vor unserer Linse sehen.

Ich bin nicht technophob, aber Google Goggles machen mir wirklich Angst. Ich bin nämlich ganz froh, dass ich nicht alles verstehe, was ich da draußen sehe. Was ich nicht verstehe, macht mich eher neugierig. Eine Welterklärung brauche ich erstmal nicht und wenn ich mir doch erklären muss, was ich sehe, benutze ich dafür mein Hirn oder ich frage einen Menschen, der so aussieht, als ob er Ahnung hat.

Die Verdummung geht schneller voran, als ich dachte. Die “Drogenbarone der Kommunikationsindustrie” haben die Menschen schon so weit angefixt, dass sie freiwillig ihre Hirne abgeben, nur um eine Fernbedienung für die Außenwelt in die Hand zu bekommen. Das Geschäftsmodell, das hinter dem Google Gerät steckt, ist Werbung – damit ist auch klar, wer hier von wem ferngesteuert wird.

Meinen persönlichlichen Gegenentwurf zu Google Goggles nenne ich “Reality Goggles”. Darunter verstehe ich eine Zusatzapplikation fuer Google Goggles, die alles ausblendet, was schon von Google indiziert ist. Für die Benutzer der Applikation bleiben also nur noch Bäume, Wolken und alles, was neu ist, übrig.

Oder noch besser: ich erfinde gleich die “Reality Goggles plus” – diese extrascharfen Linsen gibts beim Optiker um die Ecke, sie laufen energiesparend auch ohne Android Betriebssystem und auch sie blenden alles aus, was den Benutzer nervt. Die plus Version funktioniert allerdings nur in Verbindung mit einem Hirn, das mag für manchen Nutzer von Nachteil sein.

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